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Zur
Ahnenforschung gehört natürlich nicht nur das reine Sammeln von Geburts- und
Sterbedaten. Hinter jeder Person verbirgt sich eine ganz individuelle
Lebensgeschichte, sowohl mit schönen, als auch mit schlimmen Erfahrungen. Diese
Lebensgeschichten sind es ebenfalls wert wieder entdeckt und erzählt zu werden.
Daher
habe ich diese Rubrik " Bilder & Geschichten" erstellt in der alles
Wissenswerte über meine Vorfahren festgehalten ist, bzw. wird.
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Pioniere
Viele
Menschen machten sich im 17. und 18. Jahrhundert auf, um neue Gebiete zu
besiedeln. Die Motive dafür waren sehr unterschiedlich. Sei es, weil das Land
in der bisherigen Heimat nicht mehr ausreichte, aus Angst vor Invasoren oder
weil den Menschen auf Ihrem Weg nach Amerika die Weiterreise verwehrt wurde, wie
dies vielen Kolonisten aus dem Pfalz und anderen süddeutschen Gegenden erging.
Unter
diesen Umsiedlern befanden sich auch mehrere meiner Vorfahren:
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Johann
Claassen de Wall und Japen Roelfs
Die
Herkunft dieser beiden ist heute noch unbekannt, möglicherweise hat der
Name de Wall seinen Ursprung sogar außerhalb von Ostfriesland.
Zumindest
sind sie aber seit etwa 1696 Einwohner im ostfriesischen Großefehn.
Johann
Claassen de Wall und Japen Roelfs gelten mit ihren zwischen 1696 und 1712
geborenen neun Kindern als das Stammelternpaar aller späteren, weit
verbreiteten de Wall Familien in Ostfriesland.
Johann
Claassen de Wall und Japen Roelfs im
Stammbaum
finden.
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Abel
Wübbenhorst
Seinen
Ursprung nimmt das Geschlecht der Wübbenhorst um 1450 auf dem Stammhof in
Wübbenhorst, einer aus nur einem Einzelhof bestehenden Ortschaft in einem
Waldgebiet zwischen den Gemeinden Ganderkesee und Hude. Den Anwohners dieses
Hofes ist sein Name jedoch erst um etwa 1500 zum Familiennamen geworden.
Auch
wenn die Verbindung zwischen diesem alten Oldenburger Geschlecht und dem am
28. November 1728 in Kleinenkneten geborenen Abel Wübbenhorst nicht durch
Quellen nachgewiesen werden kann, ist dieser Abel Wübbenhorst aber
zweifelsfrei der Begründer sämtlicher ostfriesischer Zweige der Familie
Wübbenhorst.
Er
war zunächst seit 1762 Schulmeister in Schulenberg und selbiges von 1776
bis 1780 in Klein Henstedt. Mit seiner Frau und seinen sechs überlebenden
Kindern übersiedelte er im Jahr 1780 nach Ostfriesland wo er dann zunächst
in Egels und zuletzt in Wallinghausen als Schulmeister tätig war.
Wenngleich
Abel Wübbenhorst nach nur 10 Jahren in der neuen Heimat im Jahr 1790
verstarb, gingen von seinen vier Söhnen doch die heute weit verzweigten
Familienstämme der ostfriesischen Wübbenhorst aus.
Einer
seiner direkten Nachfahren war mit Gerhard Wübbenhorst der Begründer des
Möbelgeschäftes Wübbenhorst in Aurich.
Abel
Wübbenhorst im
Stammbaum
finden.
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Johann
Wilhelm Minor und Maria Elisabeth Schmitt
Johann
Wilhelm Minor und seine Ehefrau Maria Elisabeth Schmitt stammen aus dem im
ehemaligen Fürstentum Nassau gelegenen Singhofen. Zusammen mit ihren zwei
überlebenden Söhnen sowie deren Familien kamen sie im Jahr 1771
nach Pfalzdorf bei Goch.
Der
Ort Pfalzdorf wurde um 1741 von pfälzischen Siedlern gegründet, die
eigentlich aus wirtschaftlichen oder religiösen Gründen ihre pfälzische
Heimat verlassen, und den Rhein hinauf über Rotterdam nach Pennsylvania/USA
auswandern wollten. Jedoch wurde einer Gruppe von Auswanderern im Jahr 1741
die Einreise nach Holland auf Grund der immer stärker mit
Auswanderungswilligen überbevölkerten Städte Rotterdam und Amsterdam
verweigert. Die so in Schenkenschanz am Niederrhein ohne Hab und Gut
zurückgelassenen 20 Familien aus 130 Personen richteten sogleich eine
Bittschrift an die preußische Kriegs- und Domänenkammer in Kleve. Diese
stellte nach mehreren Verhandlungen den Emigranten ca. 130 Hektar
Siedlungsland in der Gocher Heide zur Bewirtschaftung zur Verfügung. In der
Zeit zwischen 1748 und 1771 gab es dann drei starke Siedlerzuzüge. Der
erste Siedlerzug setzte um 1748 ein. Eine weitere Besiedelungswelle folgte
in den Jahren 1762 bis 1765. Der letzte Siedlerzustrom war in der Zeit
zwischen 1769 und 1771 zu verzeichnen und im
Jahr 1777 lebten in Pfalzdorf bereits 103 Familien mit insgesamt 568 Personen.
Johann
Wilhelm Minor gehörte mit seiner Frau und den Familien seiner Söhne Johann
Adam Minor und Johann Stephan Minor bei
der Umsiedelung nach Pfalzdorf im Jahr 1771 somit einem der letzen großen
Siedlerströme an. Johann Wilhelm Minor war in seiner neuen
Heimat als Colonist tätig.
Johann
Wilhelm Minor und Maria Elisabeth Schmitt im
Stammbaum
finden.
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Johann
Adam Minor und Johanna Maria Margaret Schmidt
Einer
der Söhne des Johann Wilhelm Minor, die vom Nassauischen Singhofen in die Gocher
Heide umsiedelten war Johann Adam Minor.
Er
kam, ebenso wie sein Vater, im Jahr 1771 zusammen mit seiner Frau Johanna
Maria Margaret Schmidt sowie den zwei Kindern nach Pfalzdorf.
Dort
war er als Zimmermann und Colonist tätig und bekam mit seiner Frau noch weitere vier
Kinder. Bei der Umsiedelung nach Pfalzdorf hat Johann Adam Minor 56
Reichstaler an Baugeldern erhalten. Im Jahr 1775 sind dann die Freijahre
für sein Grundstück, welches er sich mit seinem Vater und seinem Bruder
Johann Stephan Minor teilte, abgelaufen, so dass er von nun an jährlich
zwei Reichstaler und 52 Stüber an Erbpacht an die Stadtkasse in Goch zu
entrichten hatte.
Weiterhin
erhielt Johann Adam Minor am 6. Februar 1772 einen Betrag in Höhe von 20
Reichstalern, welcher zur Anschaffung einer Kuh verwendet wurde, und ab
März 1772 jährlich mit 5 Reichstalern abzuzahlen war.
Am
19. Juni 1797 verfasste er eine Bittschrift
an die Kriegs- und Domänenkammer in Aurich, in der er zusammen mit anderen
Colonisten der Gocher Heide um Landzuweisung in Ostfriesland bat.
Wenngleich
dieser Bitte letztlich entsprochen wurde, verblieben Johann
Adam Minor und seine Frau in Pfalzdorf,
während sich dafür ihre vier überlebenden Kinder später in den Jahren ab 1797
bei Plaggenburg in Ostfriesland niedergelassen haben.
Johann
Adam Minor und Johanna Maria Margaret Schmidt im
Stammbaum
finden.
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Johann
Peter Minor und Maria Margaretha Friederich
Die
mit der preußischen Kriegs- und Domänenkammer in Kleve ausgehandelten
Erbpachtverträge über das in der Gocher Heide zugewiesene Siedlungsland
sah keine Veräußerung oder Teilung der bestehenden Höfe vor, so dass
sich angehende Erben anderenorts neues Land zur Bewirtschaftung suchen
mussten. Daher kam es schon ab 1777 zu einer großen Abwanderungswelle von
Pfalzdorf unter anderem nach Ostfriesland, wo, nachdem es im Jahr 1744 auf
Grund eines Erbvertrages an Preußen gefallen war, noch weitere Heide- und
Moorgebiete zur Besiedelung zur Verfügung standen.
Eine
weitere Abwanderungswelle gab es am Ende des 18. Jahrhunderts, nachdem
Pfalzdorf mit den linksrheinischen Gebieten an Frankreich gefallen war.
Einer
dieser Auswanderer nach Ostfriesland war Johann Peter Minor mit seiner
Ehefrau Maria Margaretha Friedrich. Er kam im Jahr 1797 zusammen mit
seinem Bruder Philipp Jacob Minor nach Ostfriesland, wo er sich als Kolonist in Plaggenburg
niederließ. Nach dem Verzeichnis aller Colonisten in Plaggenburg aus dem
Jahr 1803 besaß Johann Peter Minor Ackerland mit einer Fläche von 6
Diemat und 240 Quadratruthen, was einer Fläche von etwa 38.000 Quadratmetern
entsprach.
Im
Jahr 1817 tritt Johann Peter Minor neben einer Reihe weiterer Kolonisten
in Plaggenburg negativ in Erscheinung, da er seine Erbpacht für das Jahr
1816 nicht gezahlt hatte. Am 29. April 1817 erhielt er einen
Zahlungsbefehl der Rentei in Aurich. Die Kolonisten baten daraufhin um
Niederschlagung der behördlichen Forderungen. Die Antwort auf dieses
Ersuchen ist jedoch nicht überliefert.
Johann
Peter Minor und Maria Margaretha Friederich im
Stammbaum
finden.
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Johann
Philipp Zöller und Anna Catharina Claassen
Ein
weiterer Pfälzer der sich dem Siedlerstrom in die Gocher Heide anschloss
war Johann Philipp Zöller mit seiner Frau Anna Catharina Claas. Auch er
gehörte zu dem letzten großen Zustrom aus den Jahren um 1771 bis 1777.
Johann
Philipp Zöller und seine Frau stammen vermutlich wie die oben erwähnte
Familie Minor aus Singhofen im Fürstentum Nassau.
Da
er nicht im Kolonistenverzeichnis der Stadt Goch genannt wird, seine erste
Tochter Maria Anna Zöller jedoch in Pfalzdorf geboren wurde, ist davon
auszugehen, dass es Johann Philipp Zöller nicht zu einer eigenen Kolonie in
Pfalzdorf gebracht hat, sondern dort lediglich ein Einwohner war.
Er
zog daher mit seiner Familie etwa im Juni 1777 nach
Ostfriesland. Als er dort ankam, war er der letzte der insgesamt sechs
Gründerväter von Plaggenburg, wo er dann als Maurermeister tätig
war.
Auf
Antrag vom 26. Juni 1777 des Sebastian Friederich, der einer der Mitbegründer der Kolonie
Plaggenburg war, wurde Johann Philipp Zöller als einzigem der
sechs plaggenburger Kolonisten von der Kriegs- und Domänenkasse in Aurich
im Frühjahr 1778 ein Betrag von 6 1/2 Reichsthalern als Reisevergütung
ausgezahlt. Begründet wurde diese Entscheidung mit der Tatsache, dass
Johann Philipp Zöller als einziger nicht bereits in Goch "Meilengelder
oder dergleichen Benefizien" erhalten habe.
Mit
Entscheidung der Kriegs- und Domänenkammer in Aurich vom 3. Juli 1777 wurde
Johann Philipp Zöller ein Landstrich in der Größe von 6 Diemat und 50
Quadratruthen zugeteilt, was etwa 34.750 Quadratmetern entspricht. Hierfür
musste er eine Erbpacht (Canon) in Höhe von 3 Reichsthalern, 1 Schaf und 13
3/4 Witt zahlen.
In
den ersten Jahren der Kolonialisierung kam es immer wieder zu Viehsterben
und Missernten, so dass es zu häufigen Hilfsgesuchen der Kolonisten an die
Kriegs- und Domänenkammer in Aurich kam. Am 17. April 1782 bittet Johann
Philipp Zöller um einen Vorschuss, da sein Kuh eingegangen und seine Frau
krank sei.
Auch
gibt es Gesuche der Kolonisten, einmal wöchentlich am Freitag in Aurich
betteln gehen zu dürfen um ihre Not zu lindern. Diesem Anliegen der
Kolonisten wurde jedoch nicht entsprochen, stattdessen wurde den Kolonisten
am 9. Januar 1784 eine Brotzuweisung übergeben, wonach jede Familie am 10.
Januar 1784 und den folgenden fünf Freitagen beim Bäcker Cordes in Aurich
ein 12 Pfund schweres Brot abzuholen sei. Jedoch konnte auch diese
Brotzuweisung die Notlage der Kolonisten nicht lindern, da es wieder zu
einer Missernte kommen sollte. Eben zu dieser Zeit, im Februar 1784 wurde
die Tochter Anna Elisabeth geboren.
Johann
Philipp Zöller und Anna Catharina Claassen im
Stammbaum
finden.
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Berend
Wilcken Hinrichs und Taalke Lüken
Berend
Wilcken Hinrichs, auch Berend Wilcken genannt, war der erste Kolonist, der
sich in Wiesedermeer, oder vielmehr im großen Wieseder Meer niederließ.
Er
kam mit seiner Familie im Jahr 1785 aus Uthörn bei Leerhafe.
Im
Jahr 1786 begann er auf dem Stück Land welches ihm durch die Kriegs- und
Domänenkammer von Aurich zugewiesen wurde ein Haus zu Bauen, das noch im
selben Jahr fertig gestellt wurde.
Die
Ansiedelung des Berend Wilcken in einer menschenleeren Einöde wie dem
Wieseder Meer war offenbar eine derart ungewöhnliche Begebenheit, dass es
in der Umgebung zu dem Gerede kam, Berend Wilcken sei aus reinem
Menschenhass nach Wiesedermeer gezogen und habe sich so viel Land zuweisen
lassen, dass es keinem anderen Kolonisten möglich war sich in der Nähe
nieder zu lassen.
Weiteren
Nährstoff bekam dieses Gerücht als nach seinem Tod bekannt wurde, dass
Berend Wilcken sich eigenmächtig und ohne Erlaubnis der Kriegs- und
Domänenkammer drei weitere Stücke Land aneignete. Hieran waren seine
beiden Söhne Hinrich Berends und Lüke Berends wohl maßgeblich
beteiligt.
Berend
Wilcken Hinrichs und Taalke Lüken im Stammbaum
finden.
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Die
Familie Friederich
Über
die Familie Friederich aus dem Hunsrück existieren sehr umfangreiche
Informationen zum Leben und Wirken der einzelnen Personen. Ich habe mich daher
entschlossen, dieser Familie ein eigenes Kapitel in dieser Rubrik zu widmen.
Die
Familie wurde bereits von mehreren Genealogen umfassend erforscht und es sei
daher an dieser Stelle ausdrücklich erwähnt, dass die in dieser Homepage
aufgeführten Daten und Fakten zu den Friederichs nicht der Verdienst meiner
eigenen Forschungen sind.
Der
Nachstehende Text und die Daten in den Ahnentafeln basieren auf den Arbeiten von
Fritz H. Friederich und Werner Weber.
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Die
Familie Friederich hat ihren Ursprung im Hunsrück. Der älteste bisher
nachweisbare Urahne der Familie ist Wilhelm Friederich. Er wurde 1581 in
der lutherischen Gemeinde Neuerkirch im Kirchspiel Alterkülz geboren. Er
war Müller und Landwirt und heiratete um 1602 Maria Vogel. Ihre Ehe, in
der zwei Kinder geboren wurden, dauerte aber nur 10 Jahre denn die Frau
verstarb früh.
Um
1614 heiratete Wilhelm Friederich Agnes Döniß geb. Peters, die weitere
drei Kinder in die Ehe mit einbrachte. Bei einer Einkindschaft wurde festgelegt, dass
Wilhelms Kinder aus mütterlichem Gut 60 Gulden und Agnes Kinder aus väterlichem
Gut 30 Gulden erhalten sollten, jede weitere Erbschaft sollte gleichmäßig
geteilt werden.
Ihr
gemeinsamer Sohn Johannes Friederich kam bald nach der Hochzeit zur Welt.
Im zarten Kindesalter erlebte er den Ausbruch des 30jährigen Krieges mit, welcher aufgrund der konfessionellen Streitigkeiten mit dem Prager
Fenstersturz 1618 begann und sein Ende erst mit dem Westfälischen Frieden
1648 fand, als Johannes noch wie sein Vater Müller und Landwirt war.
Seine erste Frau Christina Niclas starb nach der Geburt des fünften
Kindes.
Inzwischen
hatte es Johannes zum Kirchencensor zu Alterkülz und Gerichtsschöffen zu
Kastellaun gebracht. Um 1653 heiratete er Dorothea Heintz. Durch seinen Beruf hatte er wahrscheinlich die Möglichkeit, sich größere Ländereien
zuzulegen und so seinem einzigen gemeinsamen Sohn mit Dorothea, Franz Jost
Friederich, einen guten Start ins Leben zu geben. Wie Johannes Friederich
es geschafft hat, es vom Bauern zum bürgerlichen Censor und Gerichtsschöffen
zu bringen ist ungewiss, doch wenn man die damaligen Verhältnisse
zwischen Bauern und Bürgertum kennt, kann man sich leicht seine
Schwierigkeiten vorstellen. Er starb im Januar 1667 im Alter von 52
Jahren.
Der
genannte Sohn Franz Jost Friederich ist am 17.3.1656 geboren und war
anfangs auch Müller und Landwirt. Er erlebte in den ersten 30 Jahren
seines Lebens die drei schrecklichen Raubkriege Ludwigs XIV. von
Frankreich zwischen 1667 und 1697 als der Hunsrück unter totaler Verwüstung
und Plünderung stand. Erst der Frieden von Rejswijk zwang Ludwig XIV. zum
Verzicht auf die Pfalz, was dann jedoch die Zeit der heftigsten religiösen
Kämpfe mit sich brachte.
Am
16.2.1675 heiratete Franz Jost die Gerichtsschöffentochter Maria
Margaretha Weyh aus Uhler, die bis dahin ihr Brot als Hofmagd auf der
Kratzburg verdient hatte.
Bis
1691 bekamen sie acht Kinder, von denen nur fünf überlebten. Mit 32
Jahren wurde Franz Jost zum Kirchencensor zu Alterkülz graduiert und
sicher war er oft auch in der sechs Kilometer entfernten Gerichtsstadt
Kastellaun, so dass man von Glück sprechen kann, dass er nicht am
17.9.1689 dort war. An diesem Tage steckten die Franzosen nicht nur
Simmern und Kirchberg, sondern auch Kastellaun in Brand. Ein Jahr nach
dieser Katastrophe wurde Franz Jost zum Gerichtsschöffen von Kastellaun
promoviert und graduiert. In dieser Funktion diente er unter anderem auch
bei der Bürgermeisterwahl. Nach weiteren acht Jahren wurde er
Kirchenmeister der Gemeinde Alterkülz.
In
dieser Zeit muss es die Familie Friederich trotz der wütenden Kriege und
der allgemeinen Armut wohl aufgrund der beruflichen Stellung zu einem
Wohlstand gebracht haben, was die späteren Erbgrundstücke des Sohnes
Johann Adam Friederich beweisen. Zu Lebzeiten nachweislich sind nur drei
Wiesen, oberhalb der „Großwies“ am Michelbach. Auf dem „Gantzplan“
unterhalb des „Dupflusses“, unterhalb der „Wirthwies“, sowie der
„Taubenacker“ auf dem es heute noch die sogenannte Taubenmühle gibt,
die eine Ansammlung von vier landwirtschaftlichen Häusern ist.
1703
verkaufte er ein Stück Wald an der „Heckenmühle“ von den Eltern herrührend
für 20 Reichstaler. Ob die Familie ihre Äcker und Wiesen allein bestellt
hat oder ob sie sogar in der Lage waren Löhne zu zahlen, ist leider nicht
bekannt. Man kann jedenfalls davon ausgehen, dass Franz Jost Friederich
ein angesehener Mann war. Dadurch wurde er aber auch bei anderen unbeliebt. So wurde er 1704 vom angetrunkenen Niclaß Zimmermann von Alterkülz
mit groben Beleidigungen beschimpft, weshalb das Gericht von Kastellaun
den Fluchenden bestraft hat und dieser öffentlich widerrufen musste.
Ebenso 10 Jahre später wurden Franz Jost Friederich und Johann Peter
Klein ermahnt, sich wegen ausfallender Scheltworte zu versöhnen. Am
9.6.1712 wurde er vom Kirchspiel Alterkülz beauftragt nach Koblenz zu
fahren um dort zwei Glocken von 102 und 167 Pfund abzuholen, die er auch
am 15.8. vor der Kirche ablieferte.
Am
9.10.1721 starb die Frau Maria Margaretha Weyh im Alter von 68 Jahren, was
Franz Jost wahrscheinlich den Lebensmut nahm, denn er entschlief 66jährig
am 31.7.1722. Sie hinterließen fünf Kinder, 33 Enkel und zwei Urenkel.
Zwei Tage darauf wurde er in Begleitung des ganzen Gerichts auf dem
Kirchhof zu Alterkülz begraben. In Gegenwart des Herrn Baron von
Schautburg, hochfürstlicher Sponheimischer gemeinschaftlicher Rat- und
Oberamtmann und Gerichtsschultheiß zu Kastellaun, wurde am 21.1.1723
Franz Jost Friederichs Sohn Johannes Simon an Stelle des Vaters eingesetzt.
Der
am 21.2.1682 als zweiter Sohn geborene Johann Adam Friederich hatte
wahrscheinlich nicht die Gelegenheit bekommen eine ebensolche Karriere
einzuschlagen, denn er war Zeit seines Lebens nur Müller. Er heiratete
mit etwa 20 Jahren Anna Margaretha Leonhardt, eine Nachfahrin der ersten
Ehe seiner Urgroßmutter Agnes Döniß, was die beiden aber sicher überhaupt
nicht gewusst haben, zumal der größte Teil der Bevölkerung Analphabeten
waren und selbst Schwierigkeiten hatten, ihren eigenen Geburtstag genau zu
bestimmen. Zwischen 1703 und 1716 bekamen sie acht Kinder, von denen vier
weit über 60 Jahre alt wurden, wie sie selber auch.
Der
Tod des Vaters Franz Jost Friederich brachte dann wahrscheinlich eine
erhebliche Erbschaft in Form von Grundstücken mit sich. Aus welchem
Grunde und wie viel des tatsächlichen Hab und Guts sie verkauften,
ist nicht bekannt. Zumindest wird bei einem Großverkauf an den „lieben
Bruder“ Nicol und den Nachbarn Johann Reinhardt Hülz erwähnt, dass es
aus Notdurft zur Abtragung der Schuldenlast geschehe. Zwischen 1721 und
1733 verkauften sie insgesamt 16 Wiesen, 21 Äcker und ihren Anteil an der
„Francken Mühle“ für einen Louisdor, 616 Reichstaler, 11 Saster
Korn, 11 Saster Hafer und „gebührenden Weinkauf“. Ob nun diese
Schuldenlast durch eigenes Verschulden zu erklären ist oder durch immer
noch anhaltende konfessionelle Kämpfe im Herzogtum Simmern entstand, sei dahingestellt. Es muss jedenfalls einen triftigen Grund gehabt
haben soviel Land zu verkaufen, da gerade in jener Zeit die Besitzlosen
ein schweres Dasein hatten.
Nachdem
Johann Adam Friederich die Hochzeiten von fünf seiner Kinder miterleben
durfte, starb er am 6.2.1746 im Alter von 66 Jahren, sechs Jahre nach der
Machtergreifung König Friedrichs II. von Preußen. Die Frau Anna
Margaretha wurde sogar noch 79 Jahre alt, bis sie am 19.6.1762 als älteste
Person im ganzen Kirchspiel verstarb.
Der
älteste Sohn ist am 23.9.1703 geboren und wurde auf den Namen Johann
Sebastian getauft. Er ist mit sechs Geschwistern aufgewachsen. Er
heiratete am 31.10.1730 Maria Margaretha Huhn aus Reich. Sie bekamen bis
1745 sieben Kinder, von denen vier ein beträchtliches Alter erreichten.
Johann
Sebastian war Müller in der eigenen „Ohligmühle“. Seine Familie
hatte scheinbar auch einigen Besitz, wovon sie bis 1740 sieben Äcker,
sechs Wiesen, einen Garten und einen Wagen für 177 Reichstaler, 31 alb.,
3 Saster Korn und 4 Maß Wein verkauften.
Ein
weniger ruhmreiches Kapitel aus dem Leben des Sebastian Friederich ist
eine Belästigung gegenüber einer jungen Frau, nachdem er bereits neun
Jahre verheiratet war und schon vier Kinder hatte. Am 6.9.1739 kam es zum
Verhör wegen der „unzüchtigen Führung“ des Sebastian Friederich von
Neuerkirch und der Anna Catharina Michel von Michelbach, da beide an der
„Niederkuhl“ zu Michelbach in „unzüchtiger Positur“ angetroffen
worden sein sollen.
Nach
Aussagen der Zeugen Johann Heinrich Neuhann und Johannes Häuprich habe
Sebastian der Catharina um den Hals gefasst und sie geküsst und darauf
seien sie zu Boden gefallen, Catharina aber wolle ihrem Mann die Treue
halten. Als Sebastian hinter der Hecke vorgekommen sei, habe sein „männliches
Glied nach außen vor der Hose gehangen“.
Anna
Catharina Michel, die Frau des Franz Adam Michel, antwortete auf die
Fragen des Pfarrers und der Censoren, sie habe nichts von Sebastian gewusst,
sondern sei von ihrem Mann zur Mühle geschickt worden. Als sie nach Hause
gehen wollte, habe der Sebastian Friederich hinter der Hecke gestanden,
sie angeredet, ihr um den Hals gefasst, geküsst und mit Gewalt zu Boden
geworfen. Sie aber habe sich wieder aufgerichtet und gesagt, sie wolle
nicht, auch wenn er ihr 10 Gulden gäbe. Sie wusste aber nicht, ob er
„sein Glied entblößt habe“, da sie mit dem Rücken zu ihm versucht
habe, sich zu entreißen.
Sebastian
Friederich antwortete auf die ihm gestellten Fragen, dass er seit einem
halben Jahr nicht mit ihr gesprochen habe. Als sie vorbei kam, habe er sie
zu sich gerufen und gesagt, in der Jugend wären sie oft zusammen gewesen
und da sie sich immer so ehrlich aufgeführt und an nichts Böses gedacht
haben, wollen sie das auch noch nachholen. Sie habe geantwortet, dass sie
nicht wolle, wenn er ihr auch 10 Gulden gäbe. Sein Glied habe er aber
nicht entblößt, die Sache sei schon schlimm genug, das gestehe er und
bereue es, aber das könne er nicht gestehen.
Es
wurde beschlossen, dass Anna Catharina Michel in allem unschuldig und
Johann Sebastian Friederich allein schuldig ist, was er auch gestanden und
mit Demut bekannt hat und um Verzeihung gebeten hat. Er habe 9 ... zu
zahlen und sich nach christlicher Ermahnung nicht „wie ein müßiger
Hengst nach anderen Weibern zu wiegern“. Weiterhin hat er 27 ... Almosen
zu zahlen.
Interessant
zu bemerken wäre noch, dass zum einen einer von vier Censoren Johann
Nicol Leonhardt war, also ein Verwandter aus der Familie der Mutter, und
dass der protokollierende Pfarrer Kroeber eine Woche später seine
Abschiedspredigt von Alterkülz hielt.
Am
22.11.1749 hatte das Schicksal wohl noch eine nachträgliche Strafe für
Johann Sebastian Friederich, als er am Mittag in seiner Ohligmühle zu nah
an die Stöße gekommen ist, von welchen er ergriffen und in die Höhe
gezogen wurde, was ihm den Kopf zerschmetterte. Er wurde 46 Jahre alt.
Seine Frau Maria Margaretha Leonhardt starb am 4.11.1761 an dem hitzigen
Fleckenfieber mit 56 Jahren.
Die
älteste Tochter von Johann Sebastian Friederich war Anna Catharina
Friederich. Sie wurde am 30.10.1734 in Neuerkirch geboren. In den Jahren
um 1760 hatte sie eine Liaison mit Johann Peter Johann aus dem
katholischen Niederkumbd, aus der am 1.1.1760 die uneheliche Tochter Maria Margaretha Friederich hervorging.
Möglicherweise verlor Johann Peter Johann danach das Interesse, denn die
Verbindung und die uneheliche Tochter wurden nicht durch eine
Eheschließung legitimiert.
Fast
sechs Jahre später, am 26.11.1765, heiratete Anna Catharina in Alterkülz
den Johann Adam Michel aus Michelbach. Es ist durchaus denkbar, dass es
sich hierbei um einen Verwandten der Anna Catharina Michel handelt, die
seinerzeit durch den Vorfall mit Anna Catharinas Vater Johann Sebastian
Friederich ins Gerede kam.
Der
weitere Verbleib von Anna Catharina Friederich ist ungewiss.
Möglicherweise ist sie mit ihrem Ehemann in den Jahren nach 1765 in die
Gocher Heide und dann später weiter nach Ostfriesland ausgewandert.
Die
Tochter Maria
Margaretha Friederich ist vermutlich zusammen mit ihrem Onkel Johann
Sebastian Friederich jun. und dessen
Schwester Anna Margaretha Friederich bereits im Jahr 1764 nach Pfalzdorf an den
Niederrhein gezogen. Die rund 300 Kilometer lange Strecke rheinabwärts
legten sie vermutlich mit dem Schiff zurück, nachdem sie wohl vorher
ihren gesamten Besitz aufgegeben hatten. Ob sie nun in ihrer alten Heimat
keine Perspektive mehr für die Zukunft gesehen haben, oder ob sie gar
vertrieben wurden, ist leider nicht zu sagen, aber bestimmt haben sie von
den vielen anderen Aussiedlern erfahren, die schon seit 20 Jahren von der
Pfalz an den Niederrhein gezogen sind und sich so eine neue Existenz
aufgebaut haben. Vor allem in dem ab 1741 von neun Familien mit 55
Personen gegründeten Pfalzdorf. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten mit
den Behörden der Stadt Goch kamen die neuen Siedler unter schwersten
Begebenheiten und Entbehrungen zu kleinen Heidegrundstücken, da die
Bittschriften bis zum preußischen Regierungssitz nach Berlin gingen, wo König
Friedrich II. seine Kolonisationsbestrebungen vermutlich auch mit dem
Hintergedanken genehmigte und unterstützte, mit neuen Untertanen auch
mehr Geld für seine Staatskasse zu erhalten.
Am
12.4.1795 heiratet Maria Margaretha Friederich in Pfalzdorf den ebenfalls
aus dem Hunsrück stammenden Johann Peter Minor, der dort zu diesem
Zeitpunkt schon seit 24 Jahren ansässig war.
Im
Jahr 1797 machten
sie sich zum wiederum 300 Kilometer entfernten, inzwischen auch preußischen
Ostfriesland auf. Diesmal aber auf dem Landweg, denn eine Flussverbindung
besteht nicht. Dort angekommen ließen sie sich in Plaggenburg nieder.
Familie
Friederich im
Stammbaum
finden.
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Die
Familie Norborges
Die
im 17. und 18. Jahrhundert hauptsächlich in Detern und Stickhausen ansässige
Familie Nordborges, später auch Nortberg genannt, lässt sich bis in die
Niederlande zurück verfolgen. Sie wird in mehreren Buch- und Internetquellen
genannt und ich möchte an dieser Stelle nicht verschweigen, dass diese
Forschungsarbeit anderen Forschern zugute zu halten ist.
Der
Nachstehende Text und die Daten in den Ahnentafeln basieren auf den Arbeiten von
Gerhard Bürjes und seiner Veröffentlichung " Unser
Ostfriesland" aus dem Jahr 1979.
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Die
Familie Nordborges stammt ursprünglich vermutlich aus Groningen. Der
älteste bisher bekannte Urahne dieser Familie ist Gerd Nordborges. Er kam
etwa um das Jahr 1650 von Groningen in das oldenburgische Apen und war in
der dortigen Festung als Barbier und Feldscher tätig. Er starb dort am
22. September des Jahres 1670.
Sein
Sohn Stephan Nordborges tat es ihm gleich und war ebenfalls in Apen als
Regimentsfeldscher tätig. Er heiratete dort im Jahr 1654 in erster Ehe
die Elisabeth Lamken. Ihnen wurde im Jahr 1664 ein Sohn geboren, der am
15. Mai des selben Jahres auf
den Namen Anton Günther getauft wurde.
Dieser
Anton Günther Nortborges wiederum kam etwa um das Jahr 1690 in das
ostfriesische Detern, wo er auf der Festung in Stickhausen als Musketier
anmusterte. Noch im selben Jahr heiratete er als Anton Günther Nortberg
am 30. März die junge Engel Kips. Anton Günther Nortberg gab einige
Jahre später den Beruf des Musketiers auf und war von da ab als Kaufmann
in Detern tätig.
Zusammen
mit Engel Kips hatte Anton 8 Kinder, unter ihnen auch der spätere
Procurator und Zollverwalter Johann Nortberg, der in dieser Funktion als
eher ungeliebter Tyrann in die Geschichte von Stickhausen eingehen sollte.
Johann
Nortberg heiratet im Jahr 1720 die Christina Magdalena Bolenius, eine
junge Frau aus hochgestelltem Hause. Sie war die Tochter des Procurators
Gustav Ulrich Bolenius in Detern. Auf diese Weise gelangte Johan Nortberg
an Kontakte zu hochgestellten Regierungspersönlichkeiten, was ihn
wiederum in seiner beruflichen Laufbahn schnell voran brachte.
Eine
Tochter von Anton Günther Nortberg war die am 10. März 1702 in Detern
getaufte Ahltje Maria Nortberg, welche den Bäcker Johann Gerdes Schmid
aus Detern Heiratete. Deren Nachkommenschaft gelangte letztlich über den
Ort Wiesedermeer in Person der Margaretha Henrietta Johanna Schmidt nach
Aurich, wo diese im Jahr 1864 den Anton Peter Flick, dessen Mutter Anna
Maria Miner wiederum von der oben genannten Familie Friederich abstammte,
heiratete.
Familie
Nordborges im
Stammbaum
finden.
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Familienschicksale
und besondere Ereignisse
Natürlich
verlief das Leben der Menschen nicht immer glücklich. Viele Familien, so auch
mehrere meiner Ahnen, waren betroffen von schweren Schicksalen. So gab es zum
Beispiel Sturmfluten, tödliche Unfälle, Hausbrände, Seuchen und viele andere
Ereignisse die das Leben der Menschen stets begleiteten:
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Focke
Focken
Besonders
wenn
man an das Mittelalter denkt, assoziiert man auch immer große Seuchen
wie zum Beispiel die Pest. Tatsächlich gab es sogar bis in das 19.
Jahrhundert hinein immer wieder große Pestepidemien. So auch in
Ostfriesland.
In
dem Ort Holtrop wurde im Jahr 1666 eine große Anzahl von Bewohnern von
der Pest dahin gerafft.
Unter
meinen Vorfahren war dies unter anderem Focke Focken. Er fiel dieser Seuche
im September 1666 im Alter von etwa 38 Jahren zum Opfer.
Focke
Focken im Stammbaum
finden.
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Eme
Lampen
Der
zweite meiner Ahnen, welcher der Pest zum Opfer fiel, war Eme Lampen.
Er
lebte ebenfalls in Holtrop und starb bereits im Juli 1666.
Diese
Todesfälle zeigen, dass die Bewohner von Holtrop unter sehr unhygienischen
Bedingungen gelebt haben müssen und dass auch in weniger besiedelten,
ländlichen Gegenden die Gefahr einer Seuche wie der Pest somit durchaus
vorhanden war.
Eme
Lampen im Stammbaum
finden.
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Gerd
Lammers
Gerd
Lammers war ein Sohn des Lambertus von Ellburg und er lebte als Hausmann
in Middels-Westerloog.
Offenbar
kam es im Zuge eines Erbstreites mit seinem Schwager Harm Harms zu einer
äußerst gewalttätigen Auseinandersetzung die darin gipfelte, dass Gerd
Lammers von jenem Harm Harms mit einem Messer "Meuchelmörderischer
Weise" erstochen wurde.
Gerd
Lammers im Stammbaum
finden.
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Berent
"von Ankum der Ältere" Berents
Offenbar
um ihn von seinem Sohn zu unterscheiden, erhielt Berent Berents den
Namenszusatz "der Ältere".
Er
lebte etwa in der Zeit um 1613 bis 1639 in Uthörn, bei Leerhafe und war
verheiratet mit Talcke Johanßen.
Im
Jahr 1639 wurde im Geldhebungsregister von Leerhafe vermerkt "sein Haus
mit allem Vorrath abgebrandt." Der Verlust seines Hauses sowie aller
seiner darin befindlichen Besitztümer dürfte für ihn und seine Familie
ein schwerer Schicksalsschlag gewesen sein von dem sich die Familie
vermutlich nur sehr schwer erholt hat. Es ist wohl davon auszugehen, dass er
daher in sehr großer Armut gelebt haben muss.
Berent
"von Ankum der Ältere" Berents im
Stammbaum
finden.
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Ernst
Harmens
Ernst
Harmens war Einwohner des Dorfes Großoldendorf. Er wird in den dortigen
Schatzungsregistern aus den Jahren 1621 und 1633 als arm aufgeführt. Im
Jahr 1649 ist er Besitzer einer Warf und als Tagelöhner tätig. Auf Grund
seiner Armut erhält er aus der Armenkasse ein Darlehen von 40
"Schlichten Talern".
Obwohl
er in extrem ärmlichen Verhältnissen gelebt haben muss, war Ernst Harmens
offenbar doch immer bei sehr guter Gesundheit, denn bei seinem Tod im August
1681 wird er als "ein Mann über 100 Jahren" beschrieben. Damit
dürfte er wohl das älteste Mitglied seiner Gemeinde gewesen sein.
Ernst
Harmens im Stammbaum
finden.
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Ubbo
Henrich Osterkamp
Ubbo
Henrich Osterkamp war der Leibdiener des um die 1670er Jahre in Stickhausen
amtierenden Drosten Michael von Eck.
In
dieser Position hat er sich vermutlich den Respekt und das Ansehen seines
Herrn erworben. Auch Ubbo war offenbar seinerseits dem Drost treu ergeben.
So stand die Familie des Drosten für mehrere der Kinder von Ubbo Henrich
Osterkamp als Namensgeber Pate.
Auch
mehrer hochrangige Offiziere der Garnison in Stickhausen finden sich unter
den Taufpaten von Ubbos Kindern.
Ubbo
Henrich Osterkamp im
Stammbaum
finden.
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Ameling
Melcherts Sartorius und Rickmet Jansen
Ameling
Melcherts Sartorius und Rickmet Janssen stammen beide aus
Aurich-Oldendorf. Dort haben sie am 30. April 1712 geheiratet.
Ameling
Melchers Sartorius ist ziemlich sicher ein Enkel des in Wiesens und
Aurich-Oldendorf amtierenden Pastors Ameling Sartorius. Dies ist zwar
nicht urkundlich nachweisbar, wird aber auf Grund der doch einzigartigen
Namenskombination allgemein anerkannt.
In
die Annalen der Gemeinde Großefehn gingen die beiden aber auf Grund eines
unglücklichen Vorfalls ein. Im April des Jahres 1714 ging ihr Haus in
Flammen auf und dabei kam Gesche Davids aus Bagband ums Leben. Sie hielt
sich in diesem Haus auf und konnte nicht mehr gerettet werden.
Ameling
Melcherts Sartorius und Rickmet Janssen hatten gemeinsam neun Kinder von
denen vier bereits im Kindesalter starben.
Ameling
Melcherts Sartorius und Rickmet Jansen im
Stammbaum
finden.
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Ocke
Gerdes
Der
Ort Aurich-Oldendorf wurde auch im Jahr 1745 Zeuge einer Feuersbrunst.
Diesmal
war Ocke Gerdes das unglückliche Opfer der Flammen. Im Kirchenbuch ist am
11. Mai 1745 vermerkt: "In der erstaunlichen Fuersbrunst verbrannt
und dero verbrannte Knochen den 13. Mai begraben".
Ocke
Gerdes im
Stammbaum
finden.
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Jelsche
Janßen
Der
Großteil der ostfriesischen Bevölkerung hatte zeitlebens unter Armut und
Besitzlosigkeit zu leiden. Viele Bauern mussten Abgaben an ihre
Landesherren zahlen.
Jedoch
gab es unter meinen Vorfahren auch einige, die sich durch ihr eigenes
Verschulden in Armut gestürzt haben.
So
zum Beispiel Jelsche Janßen, der offenbar zum einen äußerst faul, zum
anderen dem Alkohol verfallen war. In den Kirchenbüchern von Remels ist
über ihn zu lesen dass er "wegen schlechter Aufwartung und sauffen
wenig vermögend" war.
Jelsche
Janßen im
Stammbaum
finden.
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Albrecht
Alberts
Wie
überall war auch in Ostfriesland im 17. und 18. Jahrhundert die
Kindersterblichkeit noch sehr hoch und viele Kinder starben bereits im
ersten Lebensjahr.
Auf
der anderen Seite kam es auch manchmal vor, dass die Kinder bereits in
jungen Jahren ihre Eltern verloren und als Waisen aufwuchsen. Dieses
Schicksal ist Albrecht Alberts widerfahren.
Während
der Vater am 24. Januar 1756 bereits neun Tage vor ihrer Geburt starb, verlor Albrecht Alberts
ihre Mutter im Alter von einem Jahr. Von wem sie anschließend aufgezogen
wurde ist ungewiss.
Albrecht
Alberts hatte noch drei Schwestern von denen die älteste beim Tod der
Mutter auch erst etwas über acht Jahre alt war.
Albrecht
Alberts im Stammbaum
finden.
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Focke
Gerdes
Als
Focke Gerdes im Jahr 1769 gestorben ist, war er das älteste Mitglied der
Kirchengemeinde Hesel.
Im
Kirchenbuch Hesel ist zu seinem Tod zu lesen: "gestorben [...]
nachdem er vorher immer gesund und zuletzt 12 - 13 Tage krank gewesen.
Alt:103 Jahre und 8 Monate."
Auch
ist er unter meinen Vorfahren wohl einer der mit Abstand ältesten gewesen.
Dieses
hohe Alter ist noch umso erstaunlicher, als dass die Lebenserwartung in
dieser Zeit noch bei weitem nicht so hoch war wie heutzutage.
Focke
Gerdes im Stammbaum
finden.
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Dirck
Harms
Ehebruch
ist nicht nur ein Phänomen der heutigen Zeit sondern kam auch schon in
früheren Zeiten häufig vor.
Im
vorliegenden Fall wurde dieser jedoch auch noch durch den Pastor im
Kirchenbuch schriftlich festgehalten.
So
hat Dirck Harms, nachdem sein Sohn Meinert Dirck im Jahr 1785 im Alter von
32 Jahren verstorben ist, mit dessen Witwe Trinke Gerdes im Jahr 1788 einen
unehelichen Sohn gezeugt. Dies alles während Dirck Harms' Ehefrau Gretje
Meiners ebenfalls noch lebte. Wie Gretje Meiners hieraus reagierte bleibt im
Kirchenbuch jedoch unerwähnt.
Dirck
Harms im Stammbaum
finden.
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Albert
Janssen Redenius
Albert
Janssen Redenius war Colonist in Engerhafe und offenbar auch in der
Torfgewinnung tätig.
Am
19. Juli 1808, so ist dem Kirchenbuch von Engerhafe zu entnehmen, hat er eine
Fuhre Torf nach Eilsum gebracht.
Auf
dem Rückweg sind, wie es heißt, wohl die Pferde scheu geworden, so dass er
beim Sturz des Wagens unter diesen geriet und überrollt wurde. Dabei wurde
er grausam entstellt und hat aber noch zwei Stunden gelebt ehe er seinen
Verletzungen erlag. Der Leichnam wurde nach Engerhafe überführt und dort
begraben.
Albert
Janssen Redenius verstarb knapp fünf Monate vor der Trauung seines Sohnes Jann Alberts
Redenius.
Albert
Janssen Redenius im Stammbaum
finden.
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Gerd
Ufckes und Anna
Elisabeth Zöller
Anna
Elisabeth Zöller war eine von zwei Töchtern des aus dem Fürstentum
Nassau stammenden Johann Philipp Zöller.
Im
Jahr 1802 heiratete sie in Aurich den Colonisten Gerd Ufckes aus Strackholt
mit dem sie drei Söhne und sechs Töchter hatte.
Zusammen
siedelten sie sich in Plaggenburg an. Aus einem Verzeichnis aller Colonisten
in Plaggenburg aus dem Jahr 1803 geht hervor, dass Gerd Ufckes über einen
Landbesitz von 7 Diemat und 44 Ruthen, also ungefähr 40.000 Quadratmeter verfügte. Damit gehörte er, bezogen
auf den Landbesitz, zur Mittelschicht in Plaggenburg.
Nachdem
Gerd Ufckes im Jahr 1819 im Alter von nur 46 Jahren an der Auszehrung
verstarb, heiratete Anna Elisabeth Zöller am 23. Oktober 1820 dessen Bruder
Jann Ufckes.
Am
27. Februar 1821 verstarb dann auch Anna Elisabeth Zöller an den Folgen
einer schweren Geburt im Alter von 37 Jahren und 14 Tagen.
Gerd
Ufckes Anna
Elisabeth Zöller im
Stammbaum
finden.
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Die
Weihnachtsflut von 1717
In
der Nacht des 24. auf den 25. Dezember 1717 brach eine der bis dahin
verheerendsten Sturmfluten über die norddeutsche
Küste herein, die
weite Landesteile überschwemmte und allein in Ostfriesland und im Harlingerland
fast 3.000 Menschenleben forderte. Auch die Verluste an Vieh und nicht zuletzt
an Wohnhäusern und anderen Gebäuden waren verheerend. Selbst die höher
gelegenen Kirchen wurden zum Teil nicht verschont. Das Wasser sollte in der
Folge noch über Jahre durch die zerstörten Deiche in das Landesinnere
vordringen. Von den zahllosen Betroffenen der Verwüstung lassen sich die
Schicksale zweier Familien meiner Vorfahren konkret belegen:
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Aapcke
Harmens und Kuntie Gerds Pierius
Aapcke
Harmens lebte mit seiner Frau Kuntie Gerds Pierius und seinen zwei kleinen
Kindern in Rorichmoor bei Neermoor, nahe des Flusslaufes der Ems. Bei der
Weihnachtsflut von 1717 wurde sein Haus vollständig vernichtet und auch im
Jahr 1719 stand sein Land nach wie vor noch unter Wasser, so dass sein Haus
bis dahin nicht wieder neu errichtet werden konnte. Er kam daher mit seiner
Familie auf einem benachbarten Hof des Leffert Ulffers in einer Kammer
unter.
Aapcke
Harmens und Kuntie Gerds Pierius im
Stammbaum
finden.
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Dirk
Hindrichs und Gebke Everts
Ein
ähnliches Schicksal wiederfuhr Dirk Hindrichs. Er lebte mit seiner Frau
Gebke Everts und seinen Kindern in Barstede. Doch selbst diese relativ
große Entfernung von über 10 Kilometern zur Küste schützen ihn nicht vor
der Gewalten der Sturmflut, so dass auch sein Hab und Gut ein Opfer der
Wassermassen wurde. Er wohnte deshalb noch im Jahr 1719 in einer Unterkunft
für Arme.
Dirk
Hindrichs und Gebke Everts im
Stammbaum
finden.
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Leben
auf Norderney
Mehr
noch als andere Dörfer auf dem Festland, war eine Insel wie Norderney den
Gewalten der Natur und verheerenden Seuchen sowie Hunger und Entbehrungen
unterworfen. Auch der Umgang untereinander war in solch einer kleinen Gemeinde
nicht immer nur von Nachbarschaftsfreundschaften geprägt:
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Gerd
Harmens und Folcke Jacobs
Im Kirchenbuch
von Norderney steht in einem Eintrag aus dem Jahr 1705: "
[...] Des Kirchenvorstehers Gerd Harms Weib führte das Kirchenregiment,
daher gewirtschaftet in Unordnung und Laster."
Offenbar
wurden, wenngleich ihr Ehemann der gewählte Kirchenvorsteher war, dessen
Aufgaben durch seine Ehefrau wahrgenommen. Und dies zur äußersten
Unzufriedenheit des amtierenden Pastors Johann Husius.
Bei
dem genannten Gerd Harms und sein "Weib" dürfte es sich mit
Sicherheit um meinen Vorfahren Gerd Harmens und seine Frau Folcke Jacobs
handeln, da zu dieser Zeit, zumindest nach den vorhandenen
Kirchenbuchaufzeichnungen, nur ein einziger Gerd Harmens auf Norderney
lebte. Dafür spricht auch, dass bereits sein Vater dieses
Amt
inne hatte.
Es
hat den Anschein, als hätte Gerd Harmens das Amt des Kirchenvorstehers
jedoch nicht bis an sein Lebensende ausgeübt, denn bei seinem Tod im Jahr
1725 wird er als Schiffer bezeichnet.
Gerd
Harmens und Folcke Jacobs im
Stammbaum
finden.
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Hilrich
Carstens und Ulste Heyen
In
den Jahren 1759 und 1760 grassierte auf der Insel Norderney die "
Rote Ruhr". Diese Seuche dezimierte die Einwohnerzahl von Norderney
ganz erheblich.
Neben
vielen anderen Familien war davon auch die Familie meiner Ahnen Hilrich
Carstens und Ulste Heyen ganz erheblich betroffen.
So
wurde mit Ulste Heyen am 4.1.1760, Hilrich Carstens und der Tochter Mentje
Hilrichs am 21.1.1760 sowie einer weiteren Tochter Ulste am 11.2.1760
gleich eine ganze Familie innerhalb von einem Monat nahezu ausgelöscht.
Hilrich
Carstens und Ulste Heyen im Stammbaum
finden.
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Folckert
Janssen
Folckert
Janssen lebte auf der Insel Norderney und arbeitete dort als Schiffer.
In
dieser Funktion war er offenbar auch auf Handelsschiffen tätig, denn im
Jahr 1766 lag er mit "seinem" Schiff im Hafen von Elsfleth vor
Anker.
Am
22. April 1766 ist er dort vom Schiff gestürzt und ertrunken. Sein
Leichnam wurde nicht wieder gefunden.
Die
Ungewissheit über den Verbleib der sterblichen Überreste mag für die
Hinterbliebenen vielleicht sogar schwerer zu ertragen gewesen sein als
sein Tod selbst.
Folckert
Janssen hat eine Witwe und fünf Kinder im Alter von ein bis zwölf Jahren
hinterlassen.
Folckert
Janssen im Stammbaum
finden.
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Simen
Carssens
Simen
Carssens war ein Bewohner der Insel Norderney und hat seinen
Lebensunterhalt als Fischer bestritten.
Zudem
war er als Steuermann auf Segelschiffen tätig.
Im
Jahr 1812 ist er mit drei weiteren Fischern und deren Schiff offenbar in
einen Sturm geraten und gekentert.
Nach
den Kirchenbuchauszeichnungen dieser Zeit ist er im Juli 1812 vor der
holländischen Insel Texel ertrunken und dort begraben worden.
Simen
Carssens im Stammbaum
finden.
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Vögte
und Pastoren
Während
die Pastoren für das Seelenheil der Bewohner zuständig war, gehörte es zu den
Aufgaben des Vogtes, das Dorf im Namen des jeweiligen Landesherrn zu verwalten
und für Recht und Ordnung zu sorgen. Dabei konnte es auch durchaus zu
Streitigkeiten zwischen Pastor und Vogt kommen.
Unter
meinen Vorfahren finden sich ebenfalls einige dieser, mitunter sehr bekannten
Pastoren und Vögte in Ostfriesland:
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Lambertus
von Ellburg
Lambertus
von Ellburg war Prediger in Geldern. Gemeint ist hier vermutlich das Herzogtum Geldern mit dem
Ort Elburg in den heutigen Niederlanden gelegen. Darauf deutet der
Namenszusatz "von Ellburg" wohl sehr eindeutig hin.
1576
wurde er als erster lutherischer Pastor nach Middels berufen wo er bis 1629 im Amt war.
Im
Predigerdenkmal von Peter Friedrich Reershemius ist er als "Lambertus
Ellburgensis" vermerkt.
Lambertus
von Ellburg im Stammbaum
finden.
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Theye
Focken Röling
Theye
Focken Röling war Vogt in Filsum. Wann genau er dieses Amt antrat ist
unbekannt, jedoch wird er bereits im Jahr 1633 in Filsum als Vogt genannt.
Wenngleich
er in den meisten Quellen nur Theye Focken genannt wird, scheint sein
richtiger Familienname jedoch Röling gewesen zu sein, denn auch seine
Nachfahren haben später teilweise diesen Namen getragen.
Im
Jahr 1636 wurden mehrere Bewohner der Gemeinde Filsum "vom lieben
Gott mit sonderlicher Krankheiten heimgesucht", was die
gottesfürchtigen Einwohner dazu bewegte die "durch Gott
verbotene" körperliche Arbeit an Sonntagen und anderen Feiertagen zu
untersagen, damit diese nicht dadurch entehrt würden. Eine Übertretung
dieses Gebotes sollte mit einer Zahlung an die Kirche und an die Armen
bestraft werden. Die Summe aller auferlegten Strafen eines Jahres
sollte jährlich am Mechaelistag gezahlt werden.
Weiterhin
sollte dieses Gebot von Generation zu Generation weiter gegeben werden und
seine Einhaltung vom Pastor, vom Vogt und vom Armenvorsteher überwacht
werden.
Dies
alles wurde im Kirchenbuch und auch im Armenbuch niedergeschrieben und
sowohl vom Pastor, vom Armenvorsteher der Gemeinde und von Theye Focken
Röling am 30.August 1636 unterzeichnet.
In
der Kirche zu Filsum befinden sich noch heute im Chorraum zwei
Grabplatten, von der eine einst das Grab von Theye Focken Röling im
Fußboden der Kirche bedeckte. Der Inschrift ist zu entnehmen, dass der
Vogt am 5. Februar des Jahres 1664 in einem Alter von 81 Jahren gestorben
ist.
Das
Bild obere zeigt die Kanzel in der Kirche von Flsum, auf der Theye Focken
Röling oberhalb vom Bildnis des Evangelisten Markus als Vogt genannt wird.
Theye
Focken Röling im
Stammbaum
finden.
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Johann
Raßke
Johann
Raßke wird im Jahr 1590 in den Kontrakten-Protokollen der Stadt Norden
erwähnt. Dort ist er als Schüttmeister tätig gewesen.
Im
Jahr 1607 wird er als erster Vogt der Insel Norderney eingesetzt. Dieses Amt
hielt er vermutlich bis zum Jahr 1652 inne.
Seit
dem Jahr 1609 quittiert er unter dem Namen "Johann Raß" und gilt
daher gemeinhin als Stammvater der weit verbreiteten Familie Raß auf
Norderney. Sein Urenkel Simon Jacobs Raß wird im Jahr 1689 einer seiner
Nachfolger im Amt des Inselvogtes.
Johann
Raßke im Stammbaum
finden.
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Arend
Kluin
Arend
Kluin wird 1681 der 5. Inselvogt von Norderney. Er behält dieses Amt bis
zum Jahr 1685 inne, vermutlich bis zu seinem Tod.
In
seine Amtszeit fielen die ersten Bemühungen der Inselbewohner, sich durch
das Anlegen kleiner Gärten, das Füttern eines Schweins, das Halten von
Schafen und möglicherweise sogar einer Kuh, ihren Speiseplan etwas
aufzubessern. In einer fürstlichen Verordnung für Norderney ist daher
von " Bauern" auf der Insel die Rede.
Arend
Kluin im Stammbaum
finden.
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Simon
Jacobs Raß und Afke Hayen
Simon
Jacobs Raß wird im Jahr 1688 zum 7. Vogt der Insel Norderney ernannt.
Vor
seinem Amtsantritt als Inselvogt ist er als Schiffer tätig gewesen. Aus
dem Jahr 1689 liegt eine Klage des Simon Jacobs Raß gegen seinen
Vorgänger wegen unbefugtem Wirtschaftsbetriebes und Majestätsbeleidigung
vor.
Im
Jahr 1692 wurde Simon Jacobs Raß bereits wieder amtenthoben, da er sich nach der
Strandung eines mit Gerste beladenen Segelschiffes das geborgene Getreide
widerrechtlich mit den Inselbewohnern teilte anstatt es dem Landsherren zu
übergeben.
Im
Jahr 1703 wird er bis zu seinem Tod im Jahr 1712 nochmals als Vogt
eingesetzt.
In
diese zweite Dienstzeit fällt eine Anklage aus dem Jahr 1708 wegen
Vernachlässigung der Insel.
Er war verheiratet mit Afke Hayen, der Witwe des Arend Kluin, eines seiner
Amtsvorgänger. Über sie steht in einem Eintrag im Kirchenbuch aus dem
Jahre 1705: " Der Vogt Simon Jacob Rass hatte ein listiges Weib,
achtete weder des Pastors noch des Vogts. Des Vogts Weib führte das
Regiment, namentlich in Strand- und der Gemeinde Sachen [...].
Dieses
Verhalten der Afke Hayen führte ganz offensichtlich zum Unmut des Pastors
Johann Husius.
Auch
die Beziehung zwischen dem Vogt selbst und Pastor Husius war offenbar
nicht übermäßig gut. Nachdem beide am selben Tag gestorben sind und
beerdigt wurden, hat Pastor Lamberti im Kirchenbuch über Simon
Jacobs Raß vermerkt:
" Und hat ihn aber denselben Tag da der Pastor
begraben auch ihm der Pastor Lamberti die Leichenpredigt gehalten. Textus:
Hiob 19,25. Und haben sich also diese beyden da sie sich im Leben nicht
vertragen können, im Tode vereinigt."
Pastor
Husius mag seinen Frieden vielleicht letztlich dadurch gefunden haben, als
dass sein Namensvetter (möglicherweise auch Sohn ?) Johann Husius im Jahr
1712 die Nachfolge von Simon Jacobs Raß als Vogt antrat.
Simon
Jacobs Raß und Afke Hayen im Stammbaum
finden.
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Henricus
Flesner
Die
Flesners sind eine bekannte Pastorenfamilie aus Westfalen, welche sich zu
Beginn des 17. Jahrhunderts in Ostfriesland, zunächst in Marx und später
in Weene angesiedelt hat.
Henricus
Flesner in ein Sohn des ersten bekannten Flesner, einem Bader und Wundarzt
in Hameln.
Er
stammt vermutlich aus dem westfälischen Lübbecke und hat in Helmstedt
Theologie studiert. In der Matrikel der Universität wird er im Jahr 1592
mit Datum 28. September und im Jahr 1593 mit Datum 8. Juli als "Henricus
Flesnerus, Lubbeccensis" genannt. Er war in den Jahren
1593 bis 1599 Pastor in Groß-Hillingsfeld.
Henricus
Flesner im
Stammbaum
finden.
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Christoph
Heinrich Flesner
Christoph
Heinrich Flesner war ein Sohn von Henricus Flesner und war diesem in
Groß-Hillingsfeld als " Pastor adjunctus" zugeteilt.
Im
Jahr 1599 wurde Christoph Heinrich Flesner als Pastor nach Wallensen bei
Bodenwerder an der Weser berufen wo er jedoch im Jahr 1601
wegen Verfehlungen abgesetzt wurde. Die Art dieser sogenannten "
Verfehlungen" ist jedoch unbekannt.
Um
etwa 1608 wurde er dann nach Marx berufen wo er bis zum Jahr 1616 als Pastor
tätig war. In Marx nannte er sich selbst nur Christoph Flesner. Es wird
berichtet, dass er sich lieber Christoph als Heinrich nennen hörte. Es ist
zu vermuten, dass dies mit seiner Absetzung als Pastor in Wallensen
zusammenhängt.
Christoph
Heinrich Flesner im
Stammbaum
finden.
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Gerhard
Flesner
Gerhard
Flesner war der Sohn von Christoph Heinrich Flesner. Er war in der Zeit von
1625 bis 1634 Pastor in Marx.
Im
Jahr 1634 wurde er nach Weene berufen. Am 12. September 1634 wurde er von
der Gemeinde angenommen und am 4. April 1635 in sein Amt eingesetzt. Er
hatte das Amt des Pastors bis zu seinem Tod am 6.5.1671 inne.
Während
seiner Amtszeit wurde der silberne Abendmahlskelch angeschafft. Er trägt
die Umschrift "HAJO . LUBBEN . HADT .DAS . WEENER . KIRSPEL . DISEN .
KELCK . IN . IHR . KIRCHEN . MACHEN . LASSEN. ANNO 1645. DEN 25 MARTIUS."
Dieser Kelch wird noch heute verwendet.
Außerdem
führte er im Jahr 1651 den Klingelbeutel ein. Von dem gesammelten Geld
sollten nicht nur die Armen etwas erhalten, sondern auch die Kirche selbst
für Instandsetzungsarbeiten am Kirchenhaus, wobei die Armen lediglich das
an Festtagen gegebene Geld erhielten.
Zusätzlich
wurde im Jahr 1656 ein Opferstock aus Eichenholz angefertigt und
aufgestellt, welcher ebenfalls noch heute vorhanden ist. Im Jahr 1663 wurde
dieser Opferstock bestohlen, woraufhin er mit einem wuchtigen
Eisenverschluss versehen wurde.
Ebenfalls
in die Amtszeit von Gerhard Flesner fiel die Anschaffung der großen
Kirchenglocke im Jahr 1669.
Auf
Verordnung der Fürstin Christine Charlotte von Württemberg, welche von
1665 bis 1690 vormundschaftlich für ihren Sohn Christian Eberhart regierte,
begann Gerhard Flesner im Jahr 1671, kurz vor seinem Tod, mit den ersten
Aufzeichnungen im Kirchenbuch.
Gerhard
Flesner im
Stammbaum
finden.
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Ameling
Sartorius
Ameling
Sartorius stammt vermutlich aus Hunteburg. Über seine Person ist nur sehr
wenig bekannt. Er muss vor 1640 nach Ostfriesland gekommen sein, denn bis
zu diesem Jahr war er als Pastor in Wiesens tätig. Von dort aus wurde er
nach Aurich-Oldendorf berufen wo er bis 1660 im Amt blieb. Sein Tod wird
in verschiedenen Quellen auf 1660, bzw.1661 datiert.
Aber
in jedem Fall dürfte er in seiner Gemeinde sehr beliebt gewesen sein,
denn seine Witwe erhielt auch noch bis weit nach Ameling Sartorius Tod
eine sehr gute Versorgung durch die Gemeinde. Einer seiner Nachfolger,
Pastor Henricus Poppe, beschrieb ihn als "ehrwürdigen und
wohlgelahrten Herrn" sowie "trew-fleißigen Seelsorger an diesem
Ort."
Sein
Wahlspruch, welcher auf dem alten Altar von Aurich-Oldendorf zu lesen war,
lautete: "Vita mihi Christus, mors mihi dulce lustrum."
Die
verwandtschaftliche Beziehung zu Melchert Amelings Sartorius und dem Enkel
Ameling Melcherts Sartorius ist nicht urkundlich nachgewiesen, aber auf
Grund der äußerst seltenen Namenskombination sehr wahrscheinlich und
allgemein anerkannt.
Ameling
Sartorius im
Stammbaum
finden.
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Johann
Alberti Trauernicht
Mit
Johann Alberti Trauernicht findet sich einer der bekannteren Pastoren aus der Geschichte Ostfrieslands in den Reihen meiner Ahnen. Er wurde
um das Jahr
1617 in Wittmund geboren und hat dann für das Lehramt ein Studium in Königsberg
absolviert. Im Sommersemester des Jahres 1637 wird er in der Matrikel der
Universität mit Datum 3. Juli als "Johannes Albertus Trawenicht,
Frisius orientalis, iur." aufgeführt.
Von
Königsberg aus zog er anschließend nach Litthauen und unterrichtete dort
die Kinder des
Diederich von Schlieben, ein Angehöriger einer Adelsfamilie.
Im
Jahr 1642 wurde er nach Empfehlung des Superintendenten als Pastor nach
Logabirum berufen wo er bis 1646 im Amt blieb bevor er nach Bagband berufen
wurde. Dort hatte er bis zu seinem Tod am 30. Mai 1696 das Amt des Pastors inne.
Insgesamt
war er somit 54 Jahre lang als Pastor tätig.
Johann
Alberti Trauernicht im Stammbaum
finden.
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©
2008 by Marcus Reichel MR
Letzte
Aktualisierung 31.07.2011 |